Pflanzenschutz im Hausgarten

Keine Chemie im Hausgarten

Das ökologische Gleichgewicht im Garten erhalten

Oleanderläuse

Die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln (PSM) ist eine sehr verantwortungsvolle Tätigkeit. Schon bisher musste jeder, der PSM anwendet, sachkundig sein. Neu ist jetzt, dass es dazu einen Ausweis im Scheckkartenformat geben wird, den Sachkundeausweis.

Wer Pflanzenschutzmittel nur im Hausgarten anwendet, braucht keinen Sachkundeausweis. Ohne Sachkundeausweis wird man aber ab 26.11.2015 nur mehr Kleinpackungen bzw. fix fertig angesetzte Produkte erhalten. Laut Bodenschutzgesetz müssen jedoch Personen, die solche Produkte anwenden, auch einen 5-stündigen Sachkundekurs besuchen.
Infos zum Sachkundenachweis für Private

Umso naturnäher ein Garten angelegt und bewirtschaftet wird, umso weniger Probleme gibt es mit kranken oder von Schädlingen befallenen Pflanzen. Vorbeugenden Maßnahmen sind grundsätzlich wichtiger als die direkte Bekämpfung.

Biologisch gärtnern heißt zuerst, den Boden pflegen. Gut gepflegter, nährstoffreicher Humus ist der Traum jeder Pflanze. Da man sich die Bodenart meist nicht aussuchen kann muß sich die Bodenpflege und Bepflanzung nach dem Boden richten. Dazu ist es wichtig, die Bodenart seines Gartens zu kennen.

Tipps zur Bestimmung des Gartenbodens und zur Pflege gibt es auf dieser Seite: www.ndr.de/ratgeber/garten/Bodenverbesserung

Ebenso wichtig ist eine ausgewogene Düngung im Garten. Tipps dazu auf meiner Seite Kompost und Düngung.

Wenn jedoch die Schädlinge überhandnehmen oder die Pflanzen krank werden müssen wir vielleicht doch zum Pflanzenschutz greifen. Zuerst sind jedoch vorbeugende Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Pflanzen wichtig. Auch sollte man anerkennen, dass wir Krankheiten und Schädlinge nie ganz ausrotten können sondern sie sogar zur Aufrechterhaltung des biologischen Gleichgewichts im Garten notwendig sind!

Vor allem Geduld und das Vertrauen in natürliche Mechanismen machen den Einsatz vieler Pflanzenschutzmittel überflüssig. Am hilfreichsten sind die natürlichen Feinde der Schädlinge. Mit heimischen Pflanzen und einem natürlich gestalteten Garten sind die Nützlinge einfach in den Garten zu locken. Bäume, Sträucher und auch blühende Wiesen mit ihrer Vielfalt an Gräsern, Kräutern und Insekten sind wichtige Element des Naturgartens. Ein wildes Eck im Garten ist ein Paradies für Schmetterlinge.

Künstlich angelegte Feuchtbiotope stellen für viele wasserbewohnende Tier- und Pflanzenarten einen wichtigen Lebensraum dar. Auch Trockenmauern bieten ideale Lebensräume für viele Arten. Man sollte keinesfalls sobald die ersten Schädlinge auftauchen mit der Schädlingsabwehr beginnen. Nützlinge können sich nur entwickeln, wenn auch das entsprechende Nahrungsangebot (also Schädlinge) vorhanden ist. Mit etwas Geduld ist es nur mehr eine Frage der Zeit, bis auch Nützlinge sich vermehren und die Schädlinge auf natürliche Weise reduzieren.

Nützlinge besitzen ein enormes Potenzial bei der Kontrolle und Regulierung von Schadinsekten. Marienkäfer vertilgen bis zu 50 Blattläuse pro Tag (400 Läuse/Käfer/Jahr), eine Florfliegenlarve verspeist 200 bis 500 und eine Schwebfliegenlarve bis zu 600 Blattläuse im Laufe ihres Larvendaseins. Raubmilben verzehren nicht nur bis zu 50 Spinnmilben pro Individuum, sondern auch Pilzsporen und Pilzfäden.

Viel zur Schädlingsvermeidung kann auch eine optimale Fruchtfolge und die richtige Mischkultur beitragen.

Beste Maßnahme zur Vermeidung von Pilzerkrankungen sind die Pflanzung von möglichst resistenten Sorten sowie ein für die Pflanze optimaler Standort. Zu dichte Pflanzung, falsche Standortwahl (zu sonnig, zu schattig, zu feucht, …) und auch zu frühes Aussäen oder Pflanzen sind oft die Hauptverursacher von Pflanzenkrankheiten.

Auch Überdüngung – auch mit biologischen Düngern – fördert die Anfäligkeit der Pflanzen.

Viele Tipps stammen aus dem Buch: Das große Biogarten-Buch von Andrea Heistinger

Broschüre der o.Ö. Landesregierung zum Pflanzenschutz im Hausgarten

Tipps zur biologischen Pflanzenstärkung

Natur-Nische Hausgarten Broschüre des Öst. Landwirtschaftsministeriums

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